Liedermacher

Balladesänger

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Lie|der|ma|cher 〈m. 3jmd., der zeitkritische Lieder dichtet, vertont u. selbst vorträgt

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Lie|der|ma|cher, der:
jmd., der zu Liedern mit aktuellem Inhalt Text u. Musik schreibt [u. sie selbst vorträgt].

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Liedermacher,
 
Personalunion von Komponist, Texter, Sänger und (in der Regel) Gitarrist; entstand in den Sechzigerjahren, als die amerikanische Folkmusic mit ihren Singer /Songwriter genannten Vertretern wie z. B. Bob Dylan (* 1941) oder Phil Ochs (1940-1976) weltweit Aufsehen erregte. Nach ihrem Vorbild begannen sich nun auch außerhalb der USA Jugendliche öffentlich mit sich selbst und ihrer gesellschaftlichen Umwelt auseinander zu setzen und dafür die Form des gitarrebegleiteten Liedes zu nutzen. Die Bezeichnung zielt auf die unprätentiöse, ungekünstelte Haltung, mit der sich das verband, ging es in erster Linie doch nicht um »Kunst«, sondern um das Selbstverständnis Jugendlicher, darum, Sprachrohr zu sein, auszudrücken und öffentlich zu machen, was auch andere bewegte. In diesem Sinne haben die Liedermacher so wie die amerikanischen Folk Singer mit ihren Folk- und Protestsongs eine große Rolle in der Studentenbewegung der Endsechzigerjahre gespielt. Inzwischen repräsentieren sie ein selbstständig gewordenes Liedgenre der populären Musik, das in Deutschland sowohl im Rahmen der politischen Liedbewegung beispielsweise mit Dieter Süverkrüp (* 1934), Hannes Wader (* 1942) oder Franz Josef Degenhardt (* 1931) als auch als eigenständige Form intelligenter Unterhaltung, etwa mit Konstantin Wecker (* 1947), Reinhard Mey (* 1942) oder den Österreichern André Heller (* 1947) und Ludwig Hirsch (* 1946), seinen festen Platz in der zeitgenössischen Musikkultur gefunden hat.

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Lie|der|ma|cher, der: jmd., der zu Liedern mit aktuellem Inhalt Text u. Musik schreibt [u. sie selbst vorträgt].

Universal-Lexikon. 2012.

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